Ein Priester wird verdammt!

Pfarrer Steven Scheier erlebt sein persönliches Gericht

(Quelle: http://www.ewtn.com)

 

Mutter Angelica und Pfarrer Scheier wenden sich während des Interviews auch an die Studiogäste und das Publikum.

 

Nach der Begrüßung und einer kurzen Einführung eröffnet Mutter Angelica das Interview mit folgenden Worten an die Zuhörer:

Wisst ihr, was nicht oft passiert? Ich habe dies seit meiner wunderbaren und dramatischen Heilung im Januar erfahren. Es ist selten, nicht wahr, dass wir Wunder sehen können. Wir hören davon, oder wir lesen darüber im Evangelium. Nun, heute Abend weilen zwei Personen unter uns, die Wunder erlebt haben.

Hier ist Pfarrer Steven Scheier wieder bei uns, ein guter Bekannter, der zwei große Wunder erlebt hat und meine Wenigkeit, die - wie ich fest glaube - ein eindrückliches Wunder erfahren hat.

Es ist eine Gnade für euch alle, weil die Wunder an Pfarrer Scheier eine dramatische Heilung der Seele und des Leibes bewirkten. Heute Abend wird Pfarrer Scheier, den die meisten von ihnen bereits gehört haben, für all die neuen Stationen rund um die Erde wiederholen, was sich ereignet hat. Wir möchten, dass jedermann in Südamerika, in Europa, in Afrika und in China das Wunder der Gnaden Gottes hören kann.

Herzlich willkommen, wieder bei uns, Pfarrer Steven Scheier! (...)

Pfarrer Scheier, darf ich Sie bitten, das Gedächtnis von denjenigen, die hier sind oder Sie bereits gehört haben, aufzufrischen und zu sagen, was am Anfang genau passiert war und was die Fortsetzung dieser erschütternden Geschichte ist.

 

Pfarrer Scheier: Das werde ich gerne tun! Im Jahr 1985 war ich im Südosten von Kansas (Vereinigte Staaten von Amerika) als Pfarrer tätig. Eines Tages, es war der 18. Oktober, habe ich mich entschlossen, nach Wichita zu fahren, um einen Priesterfreund um Rat zu fragen, betreffend der Geschehnisse in meiner Pfarrei. An diesem Tage fuhr ich also nach Wichita, das ungefähr 86 Meilen (zirka 140 km) entfernt ist. Ich fuhr auf einer sehr gefährlichen, hügeligen Landstraße, die von schweren Lastwagen und Sattelschleppern stark befahren war und zu den «Flint Hills» (Flint-Berge) führte. Als ich am gleichen Tag von Wichita nach Hause fuhr, wurde ich durch eine Frontalkollision mit einem Lieferwagen von Hutchinson, Kansas. einer Stadt nördlich von Wichita, in einen schweren Unfall verwickelt. Ich wurde aus dem Fahrzeug geworfen und verlor auf der Unfallstelle das Bewusstsein. Unmittelbar danach hielt eine Mennonitenkrankenschwester an, die mir in meiner schweren Stunde Erste Hilfe leistete, bis die Ambulanz von der nahen Stadt Eureka eintraf. Als die Ambulanz zur Stelle war, informierte die erfahrene Krankenschwester die anwesenden Sanitäter, dass ich ein gebrochenes Genick habe und entsprechend behandelt werden muss. Sie wusste nichts von der tatsächlichen Schwere der Verletzung. Der Arzt im Krankenhaus Eureka konnte nicht viel ausrichten. Er nähte die Haut auf der rechten Seite meines Kopfes. Meine Kopfhaut war auf der ganzen rechten Seite aufgerissen. Man nahm an, dass ich eine Gehirnerschütterung erlitten hatte. Der Arzt rief den «Life Watch»-Rettungshelikopter von Wichita. So wurde ich denn mit dem Helikopter ins Wesley-Spital in Wichita gebracht, einem Methodisten-Krankenhaus. Nach dem Abheben des Helikopters, an das ich mich ebenfalls nicht mehr erinnere, sagte der Arzt zu einer Krankenschwester, dass er angenommen hatte, dass ich den Transport zum nahen Hospital in Wichita nicht überleben würde.

Im Spital kam ich zuerst auf die Abteilung für Unfalltrauma und danach auf die Intensivstation, wo ich bis zum folgenden November blieb. Ich wurde in einen Streckverband gelegt und von einem Neurologen betreut.

Am Abend meines Unfalles rief ein Pfarreiangehöriger aus Fredonia an und erkundigte sich, wie es mir gehe. Eine Krankenschwester sagte ihm, dass die Ärzte mir eine 15prozentige Chance zum Überleben geben würden. Ich wurde mit Morphium behandelt und die Ärzte entschieden sich vorerst, weder chirurgische Eingriffe vorzunehmen, noch Knochen zusammenzufügen. Durch die Wucht des Aufpralls hatte ich einen Genickbruch erlitten, der in der Fachsprache «C2- Bruch» genannt wird. Das bedeutet, dass der zweite Halswirbel gebrochen ist. Das ist der gleiche Typ von Bruch, den ein Erhängter erleidet. Wenn eine Person erhängt wird, stirbt diese durch Erstickung. Hätte man auf dem Unfallplatz meinen Kopf auf die eine oder andere Seite gedreht, so wäre ich bereits dort an Erstickung gestorben.

Ich lag im Krankenhaus vom 18. Oktober bis zum 2. Dezember. Während dieser Zeit habe ich erfahren, dass am Abend des Unfalles in meiner Pfarrei in Fredonia die Kirchentüren geöffnet wurden, um für mich zu beten. Die Leute kamen in dieser Nacht und opferten ihre Gebete auf für meine Genesung und für mein Leben.

Auch die Methodisten sowie die Mitglieder der «Christian Church» und die Baptisten beteten für mich. Der Vorsteher der «Assembly of God»-Kirche sagte mir, dass er die ganze Nacht hindurch für mich im Gebet verharrt hätte. Auch die Mennoniten beteten für mich. Dass ich heute Abend hier sein kann, verdanke ich dem Gebet.

Wegen der schnellen Genesung wurde ich bereits am 2. Dezember aus dem Spital entlassen. Die Ärzte hatten nicht geglaubt, dass ich überleben würde. Da ich aber doch überlebt habe, wollten sie mir zu verstehen geben, wie ich denn in ihren Augen mein Leben bestenfalls zu fristen gehabt hätte. Das war für mich sehr bestürzend. Sie sagten, dass sie mich im Falle des Überlebens für den Rest meines Lebens an einer Beatmungsmaschine gesehen hätten, gelähmt, mit unbeweglichem Hals und für immer unfähig zu sprechen. Offensichtlich plante Gott anderes für mich.

Im Mai des folgenden Jahres kehrte ich zu meiner Pfarrei in Fredonia zurück. Der Bischof von Wichita hatte meine Pfarrei nicht neu besetzen lassen.

Eines Tages nach meiner Rückkehr feierte ich wie gewohnt eine Werktagsmesse. Das Evangelium des Tages - eine Perikope, die ich schon viele Male las und hörte - handelte von jemandem, der einen Feigenbaum in seinem Weinberg hatte. Als er beim Inspizieren keine Früchte am Baume vorfand, sprach er zum Weingärtner: «Siehe, drei Jahre sind es schon, seit ich komme und Frucht an diesem Feigenbaum suche, jedoch keine finde. Hau ihn um! Wozu nimmt er noch den Boden weg?» Wir lesen weiter im Evangelium: «Der aber wendete ein und sagte zu ihm: Herr, lass ihn dieses Jahr noch! Ich will erst noch rings um ihn aufgraben und Dünger einlegen; vielleicht bringt er dann Frucht. Wenn aber nicht, dann magst du ihn umhauen!» [Lk 13,6-9]

Die Seite mit diesem Evangelium, das ich gelesen hatte, wurde immer größer und heller und bewegte sich schließlich vom Lektionar zu mir hin. Ich dachte, dass etwas Außergewöhnliches geschehen war. Das Besondere an diesem Evangelium war, dass es wie ein Gespräch anmutete, dem ich zuhören konnte. Ich beendete die heilige Messe, so gut ich konnte, ging ins Pfarrhaus zurück und setzte mich in meinen Sessel. Sehr schnell erinnerte ich mich an das Gespräch, das kurz nach meinem Unfall stattgefunden hatte: Ich befand mich vor dem Richterstuhl des allmächtigen Gottes und Seines Sohnes Jesus Christus. Der Herr ging sehr schnell durch mein ganzes Leben. Ganz besonders klagte Er mich schwerer Todsünden an, für die ich keine Zeit mehr zum Beichten oder zum Bereuen hatte. Ich dachte, ich könnte mir hierfür noch Zeit nehmen. Offensichtlich hatte Er andere Gedanken. Als Er seine Anklage beendet hatte, sprach Er:

«Das Urteil lautet auf ewige Hölle!»

Dies war keine Überraschung. Ich sagte:

«Ja, Herr, ich weiß. Das ist, was ich verdiene!»

Wenn man mit der ewigen Wahrheit spricht, gibt es keine Entschuldigungen oder Ausreden. Alles, was Er sagte, erkannte ich als richtig und wahr. Es gab überhaupt nichts zu entschuldigen. Er sagte mir bloß, dass ich haben könne, was ich wollte. Meine Wahl war die ewige Verdammnis. Er respektierte also nur meine Wahl, die ich selbst getroffen hatte.

 

Kurz darauf vernahm ich eine weibliche Stimme. Ich sah die Person nicht, sondern hörte sie nur. Die Stimme sagte:

«Mein Sohn, willst Du nicht sein Leben und seine unsterbliche Seele retten?»

Daraufhin sagte Jesus Christus:

«Mutter, er war während zwölf Jahren ein Priester nur für sich selbst und nicht für mich. Lass ihn die Strafe haben, die er verdient hat.»

Pfarrer Scheier erklärt im ersten Interview mit Mutter Angelica am 9. April 1997 ausführlich, was Jesus damit sagen wollte. Pfarrer Scheier sagt unter anderem: «Während dieser zwölf Jahre war ich ein Feigling. Ich wusste, dass ich nicht das tat, was ich tun sollte ... und dass ich kein Priester war, wie ich sein sollte. Mein Priestertum war nicht im Dienste der Gläubigen, sondern war ausgerichtet auf das, was die Leute oder die anderen Priester über mich dachten. Meine Haltung entsprach nicht der Nachfolge Christi, die sich im Ertragen der Leiden ausdrückt. Ich habe mich immer vom Kreuz entfernt. Während dieser zwölf Jahre habe ich mir eingebildet, ein Priester zu sein. Aber das Priestertum ist ein Opferleben. Wenn man das Opfer nicht liebt, kann man kein Priester sein.»

Daraufhin sagte die weibliche Stimme:

«Aber wie wäre es, mein Sohn, wenn wir ihm besondere Gnaden geben und dann sehen, ob er Früchte trägt? Bringt er keine Früchte hervor, dann geschehe Dein Wille.»

Es folgte eine kurze Pause. Dann hörte ich Ihn sagen:

«Mutter, er gehört Dir!»

 

Und so kann ich heute Abend hier vor ihnen sein!

Das ist nun etwas mehr als zwölf Jahre her. Die Muttergottes ist jetzt meine Mutter. Ich gehöre ganz ihr, und zwar im natürlichen wie auch im übernatürlichen Sinne. Ich weiß nicht, wie ich heute ohne sie leben könnte. Früher hegte ich keine besondere Verehrung zu ihr. Jetzt aber verehre ich sie ganz besonders. Mein Leben als Priester hat sich dramatisch verändert. Jetzt weiß ich, dass es ein Leben lang braucht, ja wirklich ein ganzes Leben, um ein guter Priester zu werden, so wie Gott ihn haben will. Das schafft man nicht in einem Monat, in einem Jahr oder in fünf Jahren. Unser Herr hat gesagt, dass wir vollkommen sein sollen, wie sein himmlischer Vater vollkommen ist. Und das gilt auch für die Priester. Ich habe seither erfahren, dass meine Mission ist, «wieder zurückzukommen» und den Leuten zu sagen, dass erstens die Hölle existiert, sie existiert wirklich, und zweitens, dass auch die Priester zu ewiger Hölle verurteilt werden können.

 

Mutter Angelica: Viele Leute fragen sich, wie denn ein Priester die Hölle verdienen kann?

 

Pfarrer Scheier: Für uns gelten die gleichen Gebote wie für jeden anderen auch. Es gibt die Zehn Gebote Gottes. Wenn eines oder mehrere dieser Gebote übertreten werden, so müssen wir zur Beichte gehen, denn wir haben gesündigt. Wir haben womöglich schwer gegen den Herrn gesündigt. Auch Priester können sich schwer versündigen. Der weiße Streifen, den ein Priester als Kragen an seinem Hals trägt, garantiert ihm keinesfalls den Himmel. Wir müssen an uns ebenso hart arbeiten und manchmal noch härter als der durchschnittliche Katholik. Das kommt daher, weil wir für mehr verantwortlich sind, denn wir geben den Gläubigen die Ratschläge, wie man zu leben hat. Wir vertreten ihnen gegenüber Seine Kirche. Wir sprechen über das, was Jesus sagte und lehrte. Folglich sind wir für sehr viel mehr verantwortlich. Die Leute glauben das nicht, aber wir tragen wirklich eine sehr große Verantwortung. Die Gläubigen sind der Meinung, dass wir garantiert gerettet sind. Das stimmt nicht, überhaupt nicht!

 

Mutter Angelica: Wir müssen alle den Weg der Heiligkeit gehen, nicht wahr?

 

Pfarrer Scheier: Genau so ist es! Das ist richtig.

 

Mutter Angelica: Wissen Sie, was mich am meisten erstaunt, Herr Pfarrer? Als Sie Gott gegenüberstanden und Er Ihnen das schreckliche Urteil «ewige Hölle» verkündete, schienen Sie so ruhig darüber zu sein. Gehört das zum Sterben?

 

Pfarrer Scheier: Das gehörte zum Urteil. Es war etwas, das ich angenommen hatte. Es war die Wahrheit. Ich wusste um das Urteil, bevor Er es sagte. Noch bevor Er es sagte, war es folgerichtig, dass Er zu diesem Schluss kommen würde. Daher war es überhaupt kein Schock. Es war wirklich kein Schock für mich.

 

Mutter Angelica: Und Sie nahmen das Urteil an?

 

Pfarrer Scheier: Ja, so war es.

 

Mutter Angelica: Ich vermute, dass jeder Sein Urteil annehmen muss.

 

Pfarrer Scheier: Ich denke, wir alle nehmen es an. Ich hatte es aber anders geplant. Ich hatte viele Entschuldigungen. Aber damit kann man dem Urteil nicht entgehen. Es geht wirklich nicht auf diese Art, weil Gott eben alles weiß. Er kennt uns besser als wir uns selbst. Er kennt uns durch und durch. Er beschuldigt uns nicht solcher Taten, für die wir nicht verantwortlich sind. Das habe ich selbst erfahren.

 

Mutter Angelica: Das alles ist ein Wunder. Aber, sagen Sie uns mehr darüber! Fühlten Sie nicht große Schmerzen? Ich meine, Sie sind hier, und Sie sollten eigentlich nicht da sein, selbst wenn unser Herr zu seiner Mutter sagte: «Gut, Mutter, er gehört Dir.» War es medizinisch auch ein Wunder?

 

Pfarrer Scheier: Ja, es war medizinisch auch ein Wunder. Ich habe überlebt, weil sich die himmlische Mutter für mein Leben eingesetzt hatte. Es war unserem Herrn sozusagen vorbehalten, «den Stecker zu ziehen». Aber Er tat es nicht. Er war sehr barmherzig und ließ mich leben. Er verschonte nicht nur meine Seele vor dem ewigen Tod. Er rettete auch mein physisches Leben. Das betrachte ich als ein doppeltes Wunder.

Wir lesen oder hören im Evangelium das Gleichnis vom reichen Prasser, der am Tisch aß, und vom armen Lazarus, der vor dessen Tür bettelte. Nach seinem Tod bat der reiche Prasser in der Hölle, dass Lazarus zurückkehre, um seine Brüder zu warnen, damit diese nicht auch an diesen Ort der Qual gelangen. Abraham aber erwiderte: «Sie haben Moses und die Propheten, auf die sollen sie hören. (...) Wenn sie auf Moses und die Propheten nicht hören, so werden sie auch nicht glauben, wenn einer von den Toten zurückkommt.» [Lk 16; 27,31] Ich bin jedoch hier! Nie in meinen kühnsten Träumen habe ich daran gedacht, dass ich je einmal Gegenstand dieser Art Seines Erbarmens sein würde.

 

Mutter Angelica: Wir wissen, dass Sie sich verpflichtet fühlen, allen Leuten zu sagen, dass es eine Hölle gibt und dass für den, der in der Todsünde lebt, die Gefahr groß ist, dorthin zu gelangen. - Was möchten Sie uns sonst noch mitteilen?

 

Pfarrer Scheier: Ich habe nach meiner Bekehrung vom ersten Tag an gewusst, dass es noch mehr zu sagen gibt, als nur über die Existenz der Hölle zu berichten. Ich bin gewissermaßen beauftragt oder gesandt, zurückzukommen, wenn ich das so sagen darf, um über die Hölle und andere wichtige Punkte zu sprechen. Das ist genau das, was ich tun muss!

Zeugnis ablegen über die Tatsache, dass die Kirche und der Klerus erneuert werden müssen, ist eine unbequeme Aufgabe, die mir nicht besonders Vergnügen bereitet. Es ist etwas, zu dem ich nicht sagen kann: «Warum ich?» Ich habe öfters darüber nachgedacht, warum ich dieses Glück gehabt habe und wie ich dem Herrn dafür danken kann, denn mit jeder Gnade und mit jedem Segen ist eine Verpflichtung verbunden. Und offensichtlich gilt das auch für mich. Ich bin sehr, sehr froh darüber, dies alles aus Liebe für Ihn und für meine Mitbrüder im Priesteramt zu tun als auch für meine Brüder und Schwestern in Christus, die in Seine Nachfolge treten.

Wenn ich nun im folgenden über die Missstände in der Kirche spreche, bedeutet das keineswegs, dass ich solcher Taten, Versäumnisse und Nachlässigkeiten nie selber schuldig geworden wäre. Es bedeutet vielmehr, dass dies Bereiche sind, die man besonders erwähnen und beachten muss und die in der heutigen Kirche erneuert werden müssen, und zwar - das ist besonders wichtig - weltweit, nicht nur in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Einige der Themen, die man erörtern und auf die man sich konzentrieren muss, sind uns allen sehr wohl bekannt. Der erste Bereich handelt von der Beichte. Die richtige Beichte ist die Ohrenbeichte! Sie ist das Sakrament der Versöhnung. Das wird auf der Kanzel nicht mehr gepredigt. Die Gläubigen hören von den Priestern nichts mehr darüber.

Geht eine Person einmal zur Beichte, wird ihr oft gesagt, dass sie zu häufig beichtet. Man sagt ihr: «Kommen Sie nicht so häufig!» Alle zwei Wochen beichten, betrachten gewisse Priester als häufig. Es kommt aber auch oft vor, dass einer Person, die ihre Sünden bekennt, erklärt wird, dass dieses oder jenes keine Sünde sei. Ich habe das als Beichtender selbst erlebt. Wenn jemand schwere Todsünden beichtet, wird ihm oft gesagt, dass er für diese oder jene Tat nicht schuldig sei; er sei müde oder des Lebens überdrüssig gewesen, und sei daher nicht schuldig.

Häufig sind auch die Psychologen und Psychiater zu tadeln. Psychologen erklären den Menschen öffentlich oder privat: «Fühlen Sie sich nicht schuldig! Warum sollen Sie sich schuldig fühlen, wenn die Eltern für ihre jetzige Lebenslage verantwortlich sind?» Oder sie sagen: «Ihre Umgebung machte Sie zu dem, was Sie jetzt sind. Sie sollten sich daher nicht schuldig fühlen.»

Die Folge davon ist, dass man sich sagt: «Warum soll ich überhaupt noch zur Beichte gehen, wenn ich ja sowieso ohne jegliche Schuld bin.» Man sieht keine Notwendigkeit mehr für die Beichte. Folglich gehen viele Leute nicht mehr zur Beichte, weil sie sich nicht mehr schuldig fühlen. Sie werden auch von den Medien so unterrichtet. Leider hört man auch von den Priestern das gleiche. Dasselbe sieht man auch bei Jugendlichen, wenn sie lernen, wie man beichten soll. Ihnen werden die Zehn Gebote zur Erforschung des Gewissens nicht mehr beigebracht. Nur wenige Menschen kennen noch die Gebote der Kirche! Viele Jugendliche der heutigen Generation kennen nicht einmal den Unterschied zwischen schwerer und lässlicher Sünde oder, allgemein gesprochen, sie wissen nicht, dass es zwei Arten von Sünden gibt. Sie kennen auch nicht mehr den Akt der Liebesreue. Das weiß ich aus Erfahrung.

Die eigenen Meinungen der Priester sind auch eine der Hauptursachen für die zurückgehende Zahl der Beichten. Wenn ein Priester seine persönliche Meinung sagt, die nicht mit der Lehre der Kirche übereinstimmt, sollte er besser den Priesterkragen ablegen. Weil er ein geweihter Priester der Kirche ist, muss er das unterrichten, was die Kirche lehrt. Nur dafür ist er von der katholischen Kirche ernannt und beauftragt. Etwas anderes - wie seine eigene Meinung zu sagen - gehört nicht zu seinen Aufgaben. Infolgedessen führen viele Priester die Menschen in die Irre, weil sie ihre persönlichen Meinungen nicht nur im Beichtstuhl, sondern auch in der Predigt kundtun.

Einer der Gründe, warum man nicht über wichtige Dinge des Glaubens sprechen will, ist, dass man die Leute auf keinen Fall verärgern will. Die Priester möchten nicht, dass sich ihre Pfarreiangehörigen schuldig fühlen, besonders diejenigen nicht, die große Schecks für die Kirche ausstellen. Die Priester wollen, dass die Leute beim Verlassen der Kirche sagen: «Herr Pfarrer, das war eine gute Predigt, eine wirklich gute Predigt!»

Was sind die Folgen? Es wird überwiegend über «Frieden, Liebe und Freude» geredet, nicht mehr über die zentralen Themen der Glaubenslehre und der Moral, der Gerechtigkeit Gottes, der Hölle sowie der Beichte. Über das alles wird nicht mehr gesprochen.

Paraliturgische Dienste in Pfarreien sowie Gebetsstunden haben auch stark abgenommen. Ich kann mich noch gut erinnern, und die meisten von euch sicher auch, dass man in der Pfarrei öfters Novenen und den Rosenkranz gebetet hatte oder dass Segnungen und die ewige Anbetung des Allerheiligsten Altarssakramentes abgehalten wurden. Das ist jetzt veraltet. Warum wohl?

Wenn Sie die Pfarrblätter von einigen Pfarreien zur Hand nehmen, können Sie alles über die Organisationen lesen, die in dieser oder jener Gemeinde tätig sind. Diese Organisationen sind da, um den Menschen, die ihre Probleme nicht selbst meistern können, zu helfen: Ledigen. Geschiedenen, Witwen, Alkoholikern und anderen. Die Leute kommen zusammen und finden heraus, dass andere Menschen die gleichen Probleme haben wie sie selbst.

Aber auf was das letztendlich hinausläuft, ist doch dies: Man sagt, das Gebet ist nutzlos! Die Leute wollen eine Organisation haben, die ihre Bedürfnisse befriedigt. Sie meinen, das sei modern und nur das könne helfen. Meistens sind das nur gesellige Zusammenkünfte, wo man sich trifft und dann feststellt, dass andere Leute die gleichen Probleme haben. Aber das alles nützt eben wenig.

Im Namen der Ökumene sind in den Kirchen viele entsetzliche Dinge geschehen! Da werden Statuen und Kniebänke aus den Kirchen entfernt, der Tabernakel wird zur Seite oder sogar in einen anderen Raum gestellt. Und der Priester sitzt in einer Art Präsidentenstuhl und wird zum Mittelpunkt in der Liturgie - in der Mitte des Altarraumes. In der Mitte ist der Priester, nicht mehr Jesus. Jesus wird nicht mehr gesehen.

Nennen wir einen anderen Punkt. Man hat kein Kruzifix mehr, nur noch ein nacktes Kreuz ohne Korpus! Das Kruzifix muss weg! Warum? Weil das unsere protestantischen Brüder beleidigt! Wenn sie das Kruzifix sehen, sagen sie: «Warum habt ihr einen Korpus auf dem Kreuz? Jesus ist doch auferstanden! Jetzt ist es doch das bloße Kreuz!» Das ist wahr. Aber Jesus daran zu sehen stellt eine andere Botschaft dar. Wir sehen den Leib von Jesus Christus am Kreuz; wir sehen, wie viel Er für uns gelitten hat. Aber das gilt heute nicht mehr.

Vigilien und Kreuzweg sind nicht mehr modern und werden nicht mehr abgehalten.

Die Gebärden der inneren Ehrbezeugung der Gläubigen und des Priesters - das Knien und die Kniebeuge - gehören der Vergangenheit an.

Theaterstühle stehen beim Tabernakel ... Eine Verneigung zum Allerheiligsten hin gilt heute als ausreichend, die Kniebeuge ist veraltet. Stehen bei der Wandlung gilt in manchen Pfarreien als modern. Alle diese Dinge sind einfach schlimm!

Ein weiterer Punkt ist die Unterstützung von Priestern durch andere Priester. In vielen Diözesen gibt es das heute nicht mehr. In den 50er Jahren hörte man von den Priestern, dass das Priestertum die erhabenste Gemeinschaft in dieser Welt sei. Das wird heute nicht mehr gesagt! Dafür gibt es jetzt ein Spiel, das die Priester spielen. Es gibt zwei Arten, es zu spielen. Die eine ist: Wenn der Priester eine gute Arbeit leistet, dann sagen die anderen Priester: «Was will er beweisen? Was bezweckt er?»

Die andere Spielart ist folgende: Wenn er im Kleinen oder Großen scheitert, dann sagt man: «Seht, ich sagte ja, dass es ihm nicht gelingen wird.»

Was können Sie von einer solchen Person erwarten? Das Paradoxe solcher Situationen oder solcher Diözesen ist, dass es in diesen Diözesen - ja jede Diözese verfügt darüber - so etwas wie «einen Priester für Priester» gibt. Es ist eine Person, zu der ein Priester gehen kann, wenn er Probleme hat. Diese Person ist verständnisvoll und mitfühlend und weiß, wie man mit Priestern umgeht, so dass diese sie aufsuchen.

Der letzte Themenkreis, zu dem ich etwas sagen möchte: katholische Lehrbücher.

Es ist eine traurige Tatsache, dass die Kinder heute - das heißt schon seit den 60er und 70er Jahren - nicht mehr im katholischen Glauben erzogen werden. Die Lehrbücher für Kinder, die nicht in private oder konfessionsgebundene Schulen gehen, weisen extreme Mängel hinsichtlich der Lehre der Kirche auf, insbesondere auf dem Gebiete der Sittlichkeitslehre.

In den 70er Jahren habe ich einmal an unserer Schule einen katechetischen Lehrtext eingehend geprüft. Auf der einen Seite im Buch war eine Abbildung von einem lächelnden Jesus zu finden, auf der anderen Seite stand in fetter Schrift «Jesus liebt Dich». Das Kind blättert weiter ...

In dieser Art werden heute unsere Kinder unterrichtet. Die Kinder erfahren weder die Gebote Gottes noch die Dogmen oder die Lehre der Kirche, noch wie sie eine gute Beichte ablegen können.

Als ich einmal gesagt hatte, es sei obligatorisch, dass die Erstkommunionkinder die Zehn Gebote Gottes auswendig lernen sollen, wurde ich von den Eltern eines Kindes aufgesucht. Sie meinten, dass dies eine nutzlose Übung sei. Ich erklärte ihnen, dass so das Kind sein Gewissen besser erforschen könne, vor allem auch später im Leben. Schließlich konnte ich die Eltern überzeugen.

All dies schadet heute der Kirche. Es gibt noch viele andere Themen, über die ich sprechen sollte.

Wie lange wird Gott dies alles noch dulden? Ich bin kein Prophet. Wie lange wird Er noch zuwarten, bis wir wieder zur Vernunft kommen? Ich weiß - wie es auch unsere himmlische Mutter sagte -, dass Er sehr barmherzig und geduldig ist. Aber geduldig ist Er nur in einer Hinsicht und nur aus einem Grund: Er will, dass alle gerettet werden; Er will, dass alle von uns einst mit Ihm im Himmel sein werden. Daher ist Er so geduldig und wartet, bis wir wieder zur Vernunft kommen.

 

Mutter Angelica: Das ist eine große Mission, Herr Pfarrer, weil wir ja immer wieder daran erinnert werden müssen. Vor nicht zu vielen Jahren - sagen wir vor zirka 30 Jahren - war bereits der Gedanke an die Abtreibung eine Scheußlichkeit für jedermann. Aber heutzutage sind wir daran gewöhnt! Ich meine, die Menschen sind vielleicht noch schockiert und empört. Was ich jedoch befürchte, ist die Tatsache, dass wir uns so an dieses Vergehen gewöhnen, dass wir es nicht mehr beachten und nicht mehr wahrnehmen.

Ich denke, dass Ihr jetziges Zeugnis, Herr Pfarrer, sehr wichtig ist. Auch unsere Fernsehstation hat nicht nur den Zweck, die Leute zu belehren, sondern sie auch zu warnen, dass es einen Gott und ein Gericht gibt.

Zweier Dinge sind wir sicher: Tod und Steuern. Alles andere wird kommen und gehen, aber diese zwei Dinge sind sicher. Und noch eines ist sicher für uns alle, für jeden von uns: Eines Tages müssen wir wie Pfarrer Scheier vor Gott stehen, und ihr könnt nicht damit rechnen, dass die Muttergottes dann für euch Fürbitte einlegen wird. Ich hoffe, sie wird es tun. Ich hoffe, sie wird es für alle von uns tun. Aber ich glaube, das Erlebnis von Pfarrer Scheier war äußerst ungewöhnlich und hat einen tieferen Sinn. Ich denke, dass sein Zeugnis von heute Abend für sich spricht.

Ein weiterer Zweck dieses Erlebnisses: Wir alle, die Kirche, die Priester, die Ordensleute sowie die Laien sollen an die Umkehr erinnert werden! Seien wir katholisch!

 

Gebet für die Priester

Heiliger Pfarrer von Ars

Herr Jesus Christus,

mit dem heiligen Pfarrer von Ars vertrauen wir Dir alle Priester an, die wir kennen;

alle, denen wir begegnet sind;

alle, die uns geholfen ha­ben;

alle, die Du uns heute als Seelsorger gibst.

 

Du hast jeden von ihnen bei seinem Namen gerufen.

Für jeden danken wir Dir und für jeden bitten wir Dich:

Bewahre sie in der Treue zu Deinem Namen.

Du, der Du sie geweiht hast, damit sie Hirten seien in Deinem Namen:

Ver­leihe ihnen Kraft,

Vertrauen und Freude bei der Erfüllung ihrer Sendung.

 

Die Eucharistie, die sie feiern, möge sie stärken und ihnen die Kraft geben,

damit sie sich zusammen mit Dir einsetzen für uns, die Seelen.

Sie mögen geborgen sein in Deinem barmherzigen Herz,

damit sie immer Zeugen Deiner Vergebungsbereitschaft sind.

Sie mögen den Va­ter wahrhaft anbeten,

damit sie uns den wahren Weg zur Heiligkeit lehren.

 

Vater, zusammen mit ihnen, den Priestern,

opfern wir uns in Christus auf für die Kirche:

Dass sie missionarisch sei im Atem Deines Heiligen Geistes.

Lehre uns, die Kirche ganz einfach zu lieben, sie zu achten und sie als ein Ge­schenk aus Deiner Hand anzunehmen, damit wir gemeinsam mit den Prie­stern noch mehr Dein Werk vollenden, zum Heil aller.

 

Amen.

Möchten Sie weiter?          Das Beste kommt noch

Möchten Sie zur                Inhaltsübersicht?

Eine sittlich außer Rand und Band geratene materialistische  Gesellschaft war in der

Geschichte der Menschheit immer Vorbote des

Untergangs einer Kultur.

Mein Name ist

ZEIT,

und ich gehe immer vorwärts,

dem Ende zu,

und ich nehme dich mit in die

EWIGKEIT.

Das Leben gemäß der Bibel ist,

in der Ewigkeit in der Gottesnähe

leben zu dürfen.

Der Tod gemäß der Bibel ist,

in der Ewigkeit in der Gottesferne

leben zu müssen.

Die Gottesferne ist,

aufgrund ihrer Umgebung,

im wahrsten Sinne des Wortes,

die Hölle.

"Denn weit ist die Pforte

und breit der Weg,

der zum Verderben führt,

und viele sind, die auf ihm hineingehen.

Denn eng ist die Pforte

und schmal der Weg,

der zum Leben führt,

und wenige sind, die ihn finden."

        (die Bibel: Matthäus. 7, 13+14)

Christus rettet „Denn das Wort

vom Kreuz ist denen,

die verloren gehen, Torheit;
uns aber,
die wir gerettet werden,

ist es Gottes Kraft.“

(die Bibel: 1. Kor. 1, 18)

Kraft der Vernunft des Menschen erkennen wir aus der sichtbaren Welt,

dass Gott ist.

Er ist der Urquell der Vollkommenheit.

Wer die Schöpfung sieht

und staunen kann,

der braucht keinen Gottesbeweis.   

Besucherzaehler

Aufrufe